Konjunktur

VDI: Ingenieurmangel kostet Milliarden

Laut einer Studie des Vereines Deutscher Ingenieure (VDI) sind in Deutschland über 100000 Ingenieurstellen derzeit nicht besetzt. Durch den Mangel an Ingenieuren sei der deutschen Wirtschaft allein im vergangenen Jahr ein Schaden von rund acht Milliarden Euro entstanden, so die VDI-Studie.

Die Studie des VDI, die in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) entstand, offenbart, dass der Ingenieurmangel die deutsche Wirtschaftskraft auf lange Sicht drücken kann, wenn dem Mangel nicht abgeholfen wird.

Seit 2010 Situation weiter verschärft

Die Zahl der Absolventen hinkt laut der Studie trotz gestiegener Studentenzahlen dem Bedarf weiter weit hinterher. Laut dem VDI hat sich die Lage seit dem Jahr 2010 weiter verschärft. 2010 gab es einen monatlichen Mangel von rund 61000 Ingenieuren.

Damals lag der Verlust für die deutsche Wirtschaft bei rund 3,3 Milliarden Euro. Allein im März 2012 gab es 110400 unbesetzte Stellen im Ingenieurbereich.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg damit die Zahl der offenen Stellen um abermals 26 Prozent, so Willi Fuchs, Direktor des VDI. Im selben Zeitraum gab es jedoch auch 18850 arbeitslos gemeldete Ingenieure.

Arbeitslose Ingenieure zumeist älter

Bei den arbeitslosen Ingenieuren handelt es sich zu großen Teilen um ältere Fachkräfte, die schon lange aus dem Beruf raus sind und demnach nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand sind. Gleichwohl könnten diese nachgeschult werden, was jedoch für die meisten Unternehmen zu zeit- und kostenintensiv ist.

Jährliche Unterdeckung von 30000 Stellen

Jährlich gäbe es laut VDI rund 50000 Absolventen der Ingenieurwissenschaften. Gleichzeitig gibt es jedoch einen jährlichen Bedarf von 80000 Absolventen. Somit ergäbe sich laut VDI eine jährliche Unterdeckung von 30000 Stellen.

Zudem ist laut der Studie derzeit jeder fünfte Ingenieur über 55 Jahre alt, was den Mangel langfristig noch verschärfen dürfte, weil immer mehr Ingenieure aus dem Berufsleben ausscheiden und keine neuen nachrücken.



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