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Tim Wiese und TSG Hoffenheim trennen sich

Im Sommer 2012 wechselte Torhüter Tim Wiese von Werder Bremen zu 1899 Hoffenheim. Ein gefeierter Transfer, der sich für alle Beteiligten als ein Riesenmissverständnis entpuppte.

Nach gut eineinhalb Jahren und einer schier unendlichen Geschichte voller Eskapaden und Irritationen ist das Kapitel 1899 Hoffenheim für Tim Wiese beendet. Wie der Klub heute bekannt gab, stimmte Wiese einer Auflösung seines hochdotierten Vertrages zu.

Details wurden nicht bekannt. Aber, wie der Klub mitteilte, seien die Gespräche von beiden Seiten mit dem klaren Ziel, eine für alle Seiten vernünftige Lösung zu finden, geführt worden.

Wiese fairer Sportsmann

Peter Rettig, Vorsitzender der 1899-Geschääftsführung sagte: „Wir sind sehr erleichtert, dass uns dies gelungen ist und wir ein weiteres schwierige Thema zufriedenstellend gelöst haben.“

Wiese selbst will die neue Situation jetzt erst einmal nutzen, um „nach einer für mich und meine Familie nicht gerade leichten Zeit den Blick nach vorne zu richten und meine Zukunft in aller Ruhe zu überdenken“.

Die Hoffenheimer in Person von Andreas Rettig bedankten sich bei Wiese für die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten und würdigten Wiese als „fairen Sportsmann“.

Abfindung in Millionenhöhe?

Der Vertrag von Wiese lief noch bis zum 30. Juni 2016. Die Vertragsauflösung soll er sich mit einer Abfindung im „mittleren“ einstelligen Millionenbereich versüßt haben lassen. Der ehemalige Nationaltorwart gehörte mit einem geschätzten Jahresgehalt von 3,5 Mio. Euro zu den Spitzenverdienern bei den Kraichgauern.

Ursprünglich wollte Wiese als er 2012 nach Hoffenheim wechselte noch einmal groß angreifen. Mit dem Verein und auch persönlich. Sen Ziel war de WM Endrunde 2014 in Brasilien.

Anfangs wurde Wiese umjubelt und zum Kapitän ernannt. Doch dann folgte schnell die Degradierung bis zur Nummer drei und Wiese fand seinen Stammplatz auf der Tribüne.

Auch Abseits des Platzes sorgte Wiese für viele Eskapaden und fabrizierte reihenweise Negativschlagzeilen.

Mit Wiese verabschiedet sich der nächste prominente, aussortierte Spieler, nach zuvor schon Joselu, Stephan Schröck, Eren Derdiyok und Tobias Weis.

Erste Anzeichen für eine bevorstehende Lösung deuteten sich schon während des Trainingslagers der TSG in Murcia, Spanien an.

„Wir haben immer gesagt, dass wir an Lösungen interessiert sind. Es muss aber für die Spieler, den aufnehmenden Verein und für uns tragbar sein“, so Profifußball-Direktor Alexander Rosen seinerzeit. Und weiter: „Wir sind permanent in Gesprächen und im Austausch mit den Beratern.“

Wiese weiterhin von sich überzeugt

Verschiedene Angebote, unter anderem aus Russland, hatte Wiese abgelehnt. Der Vorwurf wurde laut, er wollen seinen gutdotierten Vertrag nur aussitzen. Wiese wiederum verwies immer wieder darauf, dass er sich bei den Hoffenheimern wieder ins Rampenlicht spielen wolle. Doch das Tischtuch war längt zerschnitten. Erst wurde der Torhüter in die umstrittene Trainingsgruppe 2 abgeschoben. Nach der Auslösung trainierte er allein. Und zwar wie ein Besessener. 6 Kilo reine Muskelmasse legte der Torwart zu.

Trotz fehlender Spielpraxis zählt Wiese sich immer noch zu den besten Torhütern der Bundesliga.



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