Gesundheit

Vogelgrippe: H10N8-Virus könnte eine Pandemie verursachen

Immer mehr Menschen infizieren sich mit neuen Vogelgrippe-Viren. Ende 2013 starb erstmals eine Frau an dem H10N8-Virus.

Das Virus ist so gefährlich und ansteckend, dass es eine Pandemie verursachen könnte.

H10N8-Virus verbreitet sich besonders leicht

Die neue Vogelgrippe-Form führte im Dezember zum ersten Todesfall. Chinesische Wissenschaftler warnen vor dem H10N8-Virus. Es solle nicht unterschätzt werden und habe pandemisches Potenzial, hieß es. Das Virus soll sich leichter verbreiten als die anderen Vogelgrippeviren.

Die meisten Vogelgrippeviren bringen Symptome mit sich, die für den Menschen besonders gefährlich sind. Hier sind vor allem H5N1 und H7N9 zu nennen.

H10N8 wurde im Dezember erstmals nachgewiesen

Der neue Vogelgrippevirus wurde erstmals im Dezember bei einer 73-jährigen Frau in Nanchang in der ostchinesischen Provinz Jiangxi nachgewiesen.

Am 27. November zeigten sich bei der Frau erste Symptome wie Husten. Nur wenige Tage später bekam sie Fieber und litt unter Atembeschwerden. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt und verstarb neun Tage später an multiplem Organversagen.

Einer Analyse zufolge, starb sie aufgrund einer Infizierung mit dem H10N8-Virus. Die Patientin soll nicht mit Bakterien oder Pilzen infiziert gewesen sein.

H10N8-Virus wurde von lebendem Geflügel übertragen

Vier Tage, bevor die Symptome auftraten, besuchte die Patientin einen Geflügelmarkt. Bei den meisten Vogelgrippe-Formen treten die ersten Symptome nach einer Inkubationszeit von vier Tagen auf. In den Proben vom Markt konnte der H10N8-Virus jedoch nicht direkt nachgewiesen werden.

Weiterer H10N8-Fall wurde entdeckt

In der Provinz Jiangxi wurde Ende Januar ein weiterer H10N8-Fall entdeckt. Mingbin Lin vom Gesundheitsamt in Nanchang erklärte, dass dies ein Grund zur Sorge sei. Der zweite Vorfall sei ein Hinweis dafür, wie schnell sich das Virus ausbreitet. Es sei damit zu rechnen, dass sich in der Zukunft weitere Menschen mit dem Virus infizieren und es noch weiter verbreiten.

Das Virus mutiert

Das H10N8-Virus konnte bisher nur zweimal nachgewiesen werden. Es wurde allerdings nicht bei Menschen nachgewiesen, sondern im Jahr 2007 in einer Wasserprobe aus dem Dongting-See in der Provinz Hunan und 2012 auf einem Geflügelmarkt in der Südprovinz Guangdong.

Eine Analyse des Erbguts hat gezeigt, dass sich das H10N8-Virus bereits verändert hat. Es hat genetische Eigenschaften entwickelt, die es ihm möglich machen könnten, dass es sich in Menschen in einer rasanten Geschwindigkeit vervielfältigt, erklärte Yuelong Shu von Chinas Gesundheitsbehörde in Peking.

Das Gen ist laut Qi Jin von der Akademie der Medizinwissenschaften in Peking, mutiert. Es ist zu vermuten, dass es nun eine höhere Ansteckungsfähigkeit und Anpassung an Säugetiere hat. Das bedeutet, dass das Virus für Menschen noch ansteckender wird. Bisher konnte eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht festgestellt werden.

In einer Untersuchung konnte erwiesen werden, dass sich das Virus in Lungen von Mäusen vervielfältigt und dadurch seine Pathogenität steigert.

Tier-zu-Mensch-Infektionen

1997 konnte die Infektion eines Menschen mit dem Vogelgrippevirus H5N1 erstmals in Hongkong nachgewiesen werden. Seit 2003 wurden rund 650 Infektionen mit diesem Virus registriert. In insgesamt 15 Ländern starben über 380 Menschen an diesem Virus.

Das H7N9-Virus wurde erstmals im März 2013 nachgewiesen. Bis Ende Januar 2014 infizierten sich 250 Menschen, wovon 70 starben.

In China treffen Menschen und Tiere besonders häufig aufeinander, weshalb dort viele Menschen an der Vogelgrippe erkranken. Experten haben nun die Befürchtung, dass der neue H10N8-Virus zu einer globalen Pandemie führen könnte.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.