Politik

Wahl 2013: Aktuelles ZDF-Politbarometer sorgt für Kritik

Vier Tage vor der wichtigsten Wahl 2013 hat das ZDF einen letzten Stimmungstest veröffentlicht. Das aktuelle ZDF-Politbarometer sorgt jedoch für zahlreiche Kritik. Während die ARD der Ansicht ist, dass eine Veröffentlichung von Umfragen wenige Tage vor der Wahl den Wählerwillen beeinflussen könnte, stört sich das ZDF offenbar an derartiger Kritik nicht.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat trotz der Kritik einer möglichen Wählerbeeinflussung 1369 Wahlberechtigte in der Zeit vom 18. bis zum 19. September nach ihrer momentanen Wahlentscheidung befragt.

FDP kämpft ums parlamentarische Überleben

Demnach würde die Union zusammen mit der FDP auf 45,5 Prozent kommen. Die Oppositionsparteien aus SPD, Grüne und Linkspartei würden auf zusammen 44,5 Prozent Zustimmung treffen. Insbesondere für die FDP ist das Rennen jedoch noch lange nicht gelaufen. Aufgrund der statistischen Fehlertoleranzen und der Tatsache, dass noch rund 34 Prozent der Wählerinnen und Wähler unentschieden sind, kämpfen die Liberalen weiterhin um ihr parlamentarisches Überleben. Der Trend des ZDF-Politbarometers zeigt denn auch für die FDP gegenüber der Vorumfrage einen Minuswert an. Zudem stellt sich die Frage, wie sich die Unentschlossenen entscheiden werden. Fest steht ferner, dass keines der beiden politischen Lager sich eines Sieges sicher sein kann. Insbesondere für die Union dürfte dies mit einigem Kopfzerbrechen verbunden sein. Derzeit würde die CDU/CSU auf 40 Prozent kommen, die FDP würde, 5 Prozent erreichen.

SPD im Aufwind

Die SPD würde hinzugewinnen und auf derzeit 27 Prozent kommen. Die Grünen müssten hingegen zwei Prozentpunkte abgeben und kämen aktuell auf 9 Prozent. Die Linkspartei würde derzeit 8,5 Prozent erreichen. Damit würden die Linken 0,5 Prozent gegenüber der Vorumfrage hinzugewinnen. Die eurokritische AfD würde mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Weil jedoch auch hier die statistische Fehlertoleranz zu berücksichtigen ist, stellt auch die AfD eine der großen Unbekannten beim diesjährigen Bundestagswahlkampf dar. Zudem unterscheiden sich die derzeit im Umlauf befindlichen Umfragen. Andere Umfragen sehen beispielsweise die Opposition vorne und die FDP teilweise bei nur 4 Prozent.

Wahlkampf mit Umfragen wie dem ZDF-Politbarometer

Gelegentlich erinnern die derzeit aktuellen Umfragen, dazu gehört auch das ZDF-Politbarometer, eher an Kaffeesatzleserei denn an seriöse statistische Arbeit. Zudem ist bei den Umfrageinstituten immer auch die politische Nähe zu dem einen oder anderen politischen Lager mit einzukalkulieren. Auch die Auftraggeber der Umfrage lassen Rückschlüsse darauf zu, welche Umfrageinstitute beauftragt werden und welche nicht. Letztlich kann also die Wahlumfrage als ein Mittel des Wahlkampfinstruments verstanden werden. Angesichts der derzeit knappen Umfrageergebnisse, ist davon auszugehen, dass am Sonntag bei der Wahl 2013 wirklich jede Stimme zählt. Wer nicht wählen geht, vergibt deshalb nicht nur die Chance der Mitbestimmung, sondern sorgt dafür, dass diejenigen das Land regieren, die möglicherweise überhaupt nicht gewollt waren.



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