Politik

Wahl 2013: Grüne im Sinkflug

Knapp elf Tage vor der alles entscheidenden Wahl 2013 überstürzen sich die Umfragewerte für die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Der neue Forsa-Wahltrend sieht die Grünen derzeit nur im einstelligen Bereich.

Grüne nur noch einstellig

Aber auch die CDU/CSU muss Federn lassen und kommt aktuell nur auf 39 Prozent. Die SPD kann hingegen deutliche Zugewinne verzeichnen und kommt mit 25 Prozent auf denselben Wert wie bei der letzten Bundestagswahl. Die Grünen würden aktuell lediglich neun Prozent erhalten und verlieren damit gegenüber der letzten Umfrage zwei Prozentpunkten. Die Liberalen würden einen Prozentpunkt hinzugewinnen und kämen mit sechs Prozent sicher wieder in den Bundestag. Die Linke erreicht derzeit 10 Prozent und hat damit die Grünen überholt. Die Linkspartei kann zudem einen Prozentpunkt hinzugewinnen.

Piraten und AFD verpassen laut Umfrage Fünf-Prozent-Hürde

Die Piratenpartei würde mit drei Prozent ebenso nicht in den Bundestag kommen wie die “Alternative für Deutschland“ (AFD), für die sich aktuell ebenfalls nur drei Prozent der Wähler entscheiden würden. Die Grünen erreichen damit in der Umfrage den schlechtesten Wert seit dem Jahr 2009. Nun kämpft die Partei um alle verfügbaren Zweitstimmen. Sämtliche Umfragen in den letzten Wochen bestätigen den Abwärtstrend für die Grünen. Sollte das Wahlergebnis so eintreten, hätten die Grünen gegenüber der letzten Bundestagswahl rund 1,7 Prozentpunkte verloren.

Wackelt das Direktmandat von Ströbele?

Damals konnte die Partei mit 10,7 Prozent ein sehr gutes Ergebnis einfahren. Insbesondere für Parteichef Cem Özdemir könnte es eng werden. Er wollte im Wahlkreis Stuttgart I das Direktmandat erringen. Auch die Fraktionsvorsitzende Renate Künast wollte in Berlin Tempelhof-Schöneberg ein Direktmandat erringen. Ob der Grüne Hans-Christian Ströbele im Bundestagswahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg sein 2009 errungenes Direktmandat verteidigen kann, bleibt zudem fraglich. Sollte das derzeitige Ergebnis so eintreten, wäre eine Rot-Grüne-Koalition unmöglich. Zusammen mit der FDP käme die Union auf 45 Prozent. Rechnet man die Linke zu der Opposition aus SPD und Grünen hinzu, würde die Koalition mit 45 zu 44 Prozent eine Mehrheit haben.

Umfragen mit Vorsicht zu genießen

Allerdings sind die Ergebnisse der Umfragen mit Vorsicht zu genießen. Offenbar schreiben einige Medien nicht mehr die SPD mit Ihrem Kanzlerkandidaten kurz vor der wichtigsten Wahl 2013 nieder, sondern nun die Grünen. Dies mag daran liegen, dass Peer Steinbrück sein Umfragetief hinter sich gelassen hat und zunehmend Zustimmung seitens der Bürger erfährt. Nun wollen offenbar konservativen Medien die Mehrheitsverhältnisse durch das Niederschreiben der Grünen weiter diktieren. Ob die Umfrageergebnisse, die zuletzt im Auftrag des “Stern“ und von “RTL“ erhoben wurden, insofern auch die Aussagekraft bekommen sollten, die sie nun suggerieren, bleibt zudem fraglich. Die beiden Auftraggeber der Umfrage sind hinsichtlich bestimmter politischer Ansichten nicht unbedingt als neutral zu betrachten.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.