Geld & Investment

Waldinvestment: Was bringt das nachhaltige Sparen wirklich?

Ein Waldinvestment soll nachhaltig sein und zugleich lukrativ. So oder ähnlich klingen die Versprechen der Anbieter dieser besonderen Sparform. Das Spardepot wächst im wahrsten Sinne des Wortes von Jahr zu Jahr, bis es letztlich mit viel Gewinn geerntet wird, so die Theorie. Was bringen die Waldinvestments wirklich und was gilt es, zu beachten?

Mit Renditen zwischen zehn und zwölf Prozent pro Jahr werben die Anbieter. Zudem soll der Investor noch Gutes für die Umwelt erreichen. Wer will da nicht zugreifen? Weiter werden die Waldinvestments angepriesen, mit dem Vorteil vor Börsenturbulenzen geschützt zu sein. Was ist von diesen Aussagen zu halten? Universitäten wie Harvard oder Yale investieren Teile ihres Stiftungsvermögens in Waldanlagen, mit Erfolg.

Jahresrenditen von acht Prozent waren dabei durchaus möglich und wurden zum Teil sogar übertroffen. Allerdings hängt die Rendite auch vom jeweiligen Holzpreis an den Kapitalmärkten ab, was die Aussage von der Unberührtheit der Börsenturbulenzen relativiert. Insofern scheinen die Anpreisungen der Waldinvestmentanbieter jedenfalls nicht grundsätzlich an den Haaren herbeigezogen zu sein.

Nachteil: Bäume brauchen Zeit zum wachsen

Der größte Nachteil des Waldinvestments ist jedoch der, dass Bäume zum Wachsen Zeit benötigen. Hölzer wie Teak benötigen mindestens 20 Jahre, um geschlagen werden zu können. Daneben spielen auch die Standorte eine Rolle. Im Falle von Naturkatastrophen wie Tropenstürmen oder Überschwemmungen kann es nämlich durchaus passieren, dass das Investment ein Totalverlust wird. Auch können Waldbrände den Baumbestand bedrohen. Daneben spielt auch die politische Lage in dem jeweiligen Anbauland eine entscheidende Rolle bei der Bemessung der Rendite. Letztlich spielt auch die Klimaerwärmung eine nicht unerhebliche Rolle bei der Chancen/Risikoabklärung.

Ökogarantie: Das FSC-Zertifikat

Zudem sollten Anleger darauf achten, dass die Waldinvestmentprodukte mit dem Öko-Qualitätssiegel „FSC-Zertifikat“ ausgezeichnet sind. Als Anbieter ist beispielsweise die Forest Finance nennen. Mit dem „BaumSparVertrag“ können bereits ab 33 Euro monatlich Holzinvestitionen getätigt werden. Für diesen Betrag werden jährlich 12 Bäume angepflanzt. Nach 25 Jahren werden die Gewinne dann auf das Konto des Anlegers überwiesen.

Forest Finance gibt eine Rendite von sieben Prozent als durchaus realisierbar an. Bei größeren Mindestanlagesummen können ganze Wälder gekauft werden. Dieses Investment kostet dann allerdings auch mehrere Tausend Euro. Neben Forest Finance ist auch noch die Miller Forest Investment AG auf dem Gebiet des Waldinvestments als bekanntes Unternehmen tätig. Das Unternehmen investiert vorzugsweise in Aufforstungsprojekte in Paraguay. Ein weiteres Unternehmen, das in den Wald investiert, ist die Firma Cultaris Investment. Daneben gibt es noch weitere Anbieter.

Vergleich der Angebote ist unerlässlich

Ein Vergleich hinsichtlich der jeweiligen Preise ist ebenso unerlässlich wie ein Vergleich der jeweiligen Anlagestandorte und deren jeweilige politische Situation. Gerade bei dem Waldinvestment sind die ökologisch-meteorologischen Faktoren mindestens genauso als Investmententscheidungskriterium heranzuziehen wie die politische Lage in dem Land, indem der Wald angebaut wird. Insofern bedarf es einer guten Vorbereitung, was das Waldinvestment betrifft. Danach sind jedoch durchaus Renditen möglich, die diejenigen von herkömmlichen Anlagen bei Weitem übertreffen.



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