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Whats App: Gefahr durch „Superwanze“?

Die mobile Anwendung Whats App macht seit einigen Jahren der herkömmlichen SMS ernsthaft Konkurrenz. Doch Sicherheitsexperten stellten in jüngster Vergangenheit vermehrt Sicherheitslücken bei Whats App fest.

Laut aktuellen Medienberichten soll die App unter anderem Gespräche mitschneiden und selbstständig Fotos, die vom Smartphone gemacht wurden, hochladen können. Droht Gefahr durch die „Superwanze“ Whats App?

Die Erfolgsgeschichte begann vor fünf Jahren

Im Jahr 2009 kam Whats App auf den Markt und wurde seitdem hunderte Millionen Mal auf der ganzen Welt herunter geladen. Nach eigenen Angaben wird die App von über 400 Millionen Nutzern als kostengünstige Alternative zur SMS aktiv verwendet. Allein in Deutschland sollen es mehr als 30 Millionen aktive Nutzer sein.

Whats App Pannen sind keine Seltenheit

Die aktuellste Panne trug sich in Schweden zu, als ein IT-Experte plötzlich auf Nachrichten eines Gruppenchats von Polizisten zugreifen konnte. Dort wurden pikante und äußerst sensible Informationen und Bilder aus einem laufenden Ermittlungsverfahren ausgetauscht.

Von solchen und ähnlichen Pannen ist immer wieder die Rede.

Die Sicherheit der Nachrichten ist unklar

Schon vor drei Jahren wurde eine Sicherheitslücke bei Whats App entdeckt: Die Unterhaltungen, die über die App geführt wurden, wurden nicht verschlüsselt, also im Klartext übertragen. Die gesendeten und empfangenen Nachrichten waren so für fremde Personen leicht zu lesen. Seit immerhin zwei Jahren werden die Nachrichten allerdings verschlüsselt übermittelt.

Doch wird vermehrt von der Unsicherheit von Whats App berichtet. Die komplette Sicherheit der Nachrichten garantiert auch nach der Schließung der Sicherheitslücke niemand, da Hacker wiederholt ihr Unwesen mit Whats App treiben.

Auch über den Betreiber der App ist nahezu nichts bekannt. Die Adresse der Firma führt zu einem japanischen Restaurant in den USA.

Auch der Datenschutz wird bemängelt

Im Jahr 2012 kritisierte die Stiftung Warentest, dass Whats App alle im Smartphone der Nutzer gespeicherten Telefonnummern unverschlüsselt an den Whats-App-Server überträgt.

Auch die Zahlungsdaten von Paypal und Google Wallet wurden über Whats App bereits angegriffen.

Die WAZ berichtet von Superwanze

In einem Interview wird berichtet, dass die App unter anderem Gespräche mitschneidet und Fotos einsieht. All dies würde auf amerikanische Server übertragen werden, ohne das Wissen der Nutzer.

Im Interview wurde dazu geraten, das Smartphone bei privaten Gesprächen auszuschalten und den Akku zu entfernen. Dann könne die Superwanze Whats App das Gespräch nicht mithören. Noch besser wäre es, Whats App zu deinstallieren und stattdessen vergleichbare Dienste zu nutzen.

Whats App kann Gespräche nicht mitschneiden

Die Worte, die in dem Interview gewählt werden und die Sicherheitslücken, die immer wieder gerne von den Medien thematisiert werden, klingen dramatisch. Ob man sich jedoch wirklich Sorgen machen muss, ist fraglich.

Die App fragt bei der Installation zwar viele System-Berechtigungen ab und kann damit z.B. Kontakte einsehen, den Standort des Nutzers abrufen und tatsächlich auch auf das Mikrofon des Smartphones zugreifen. Zur Superwanze macht das Whats App aber nicht. Das ist rein technisch so gar nicht möglich.

Aber: Sicherheitslücken können immer wieder auftreten

Auch wenn Whats App keine Superwanze ist, können Sicherheitslücken und Datenschutzprobleme immer wieder auftreten. Whats App funktioniert über das Internet, das an sich schon diese Probleme mit sich bringt. Hundertprozentige Sicherheit im Internet gibt es kaum, auch nicht bei Whats App. Wie viel man deshalb via Whats App Nachricht von sich Preis gibt, ist immer noch jedem einzelnen selbst überlassen.



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