Politik

Wikipedia gegen Anti-Piraterie Gesetz- Mittwoch englische Wikipedia offline

Aus Protest gegen ein neues Anti-Piraterie Gesetz aus den USA hat Wikipedia angekündigt, am Mittwoch auf der englischsprachigen Ausgabe offline gehen zu wollen. Das Gesetz mit dem Namen Sopa Act (Stop Online Piracy Act) und eines mit der Bezeichnung Pipa (Protect Intellectual Property Act) stößt auch innerhalb der USA auf massive Kritik. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sagte in einem Interview, dass das Gesetz keineswegs gegen Internetpiraterie helfen würde, das Gesetz sei ungenau und sehr weitumfassend. Auch die in den USA bekannten Blogs Reddit und Boing Boing wollen sich der Protestaktion anschließen und werden ihre Seiten am Mittwoch aus dem Netz nehmen.

Auf der englischsprachigen Ausgabe von Wikipedia bezieht die Wissensbank Stellung, hier warnen die Macher vor einer Schädigung der freien Internetnutzung, sollten die Gesetzentwürfe vom Senat und Repräsentantenhaus abgesegnet werden. Diese Gesetze hätten die größte Diskussion innerhalb von Wikipedia ausgelöst, ein weltweiter Aussetzer wurde von der Mehrheit der Administratoren abgelehnt, die Aktion bleibt vorerst auf den US-Raum begrenzt. Zwar sei Wikipedia in den einzelnen Artikel angehalten, eine neutrale Position einzunehmen, doch die Existenz von Wikipedia sei eben nicht neutral, diese sehen die Administratoren durch die Gesetze gefährdet.

Das Recht auf Freiheit und auf Meinungsfreiheit werde durch das neue Gesetz gefährdet, so der Aufruf. Das Gesetz wurde vom republikanischen Repräsentanten Lamar Seeligson Smith im Oktober 2011 eingebracht. Demnach soll das Gesetz das US-Justizministerium und Urrechtsinhabern die Möglichkeit einräumen, gerichtliche Verfügungen gegen Internetprovider und Seiten zu erwirken, sollten diese gegen das US-Urheberrecht verstoßen. Weiterhin könnten die Antragssteller Bezahldienste und Werbetreibende die Zusammenarbeit mit der entsprechenden Seite aufkündigen lassen, was deren existenzielles Aus bedeuten würde.

Das Herunterladen von geschützten Inhalten soll ferner als schwere Straftat geahndet werden, was unmittelbar Folgen für die Strafauslegung nach sich zieht. Witzigerweise wurde Lamar Smith, der Initiator, selber dabei erwischt, wie er illegal Inhalte auf seiner eigenen Homepage benutzte, zwar unterlag das Bild der Creative-Commons-Lizenz (also frei verfügbar, wenn Urheber benannt wird), doch einen Hinweis auf den Urheber suchte man vergebens.

Neben Wikipedia haben auch Facebook, Amazon und Google und weitere Firmen und Vereinigungen das Gesetz kritisiert, auf der Unterstützerseite formieren sich die US-Rundfunkanstalten, Medienkonzerne und Rechteinhaber und -verwalter. Das SOPA wäre der größte Einschnitt für die Nutzung des Internets in den USA, Projekte wie WikiLeaks wären in Zukunft nur illegal zu haben. Am 21. Januar soll der Entwurf im Kongress debattiert werden, ob das Gesetz in dieser Form wird durchkommen können, bleibt vorerst abzuwarten.



Erstellen Sie den ersten Kommentar!

Kommentieren

Sie müssen eingeloggt sein um zu kommentieren.