Wirtschaft

Wirtschaft: BIP in Deutschland besser als erwartet

Die deutsche Wirtschaft ist wesentlich leistungsstärker als bisher gedacht.

Die EU macht’s möglich und Deutschland gilt mittlerweile als Wirtschafts-Wunderland und Motor der Euro-Wirtschaftszone.

So ist die Leistung der BRD um 82 Milliarden Euro größer, als bisher angegeben.

BIP: Deutsche Wirtschaft leistungsstärker

Das veröffentliche Bruttoinlandsprodukt 2013 wird anscheinend bald hinfällig sein. Das Statistische Bundesamt hatte dieses gerade veröffentlicht. Die Summe der in Deutschland hergestellten Produkte und erbrachten Dienstleistungen dürfte dabei nicht mehr bei den ursprünglich ermittelten 2.736 Milliarden Euro liegen. Es wird von etwa 3 Prozent mehr ausgegangen. Dies schätzt das Statistische Bundesamt.

Durch diese Änderung seitens des Statistischen Bundesamtes wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland in etwa 82 Milliarden Euro größer ausfallen als erwartet. Dies zieht Folgen nach sich.

Neue Berechnung des Bruttoinlandsproduktes

Das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen stellt zukünftig die Regeln zur Berechnung des Bruttoinlandsproduktes fest. Dies gilt für alle EU-Staaten. Diese Regeln sind konform mit denen der Vereinten Nationen.

Das heißt, die EU vollzieht eine Umstellung auf eine zentral geltende Norm. Diese gilt in den USA bereits seit dem vergangenen August und konnte sich bisher bewähren. Die Revision führte in den USA dazu, dass das Bruttoinlandsprodukt insgesamt um 3,5 Prozent höher ausfiel als nach dem alten Standard berechnet. Und dies allein in den Jahren 2010 bis 2012.

Neue Wirtschaftsdaten für Deutschland

Unternehmen führen Geld in Forschung und Entwicklung. In Zukunft wird es üblich sein, dass das gesamte Geld als Investition verbucht wird. Zurzeit handelte es sich hierbei immer um Vorleistungen. Daher wurden sie bei der Berechnung des Bruttoinlandsproduktes weitestgehend ignoriert.

Die staatlichen Rüstungsausgaben werden in Zukunft ebenfalls anders behandelt als bisher geltend. So handelt es sich bei diesen Ausgaben nicht mehr wie üblich um Staatskonsum, sondern gilt dann ebenfalls als Investition. Gleichzeitig anders bewertet werden auch Pensionsansprüche und Versicherungen.

Wachstum wird nur geringfügig korrigiert

Das Wachstum im Wunderland Deutschland wird nur geringfügig korrigiert werden. Veränderungen um wenige Zehntel Prozentpunkte werden von den Experten vorausgesagt. Hintergrund ist vor allem die neue rückwirkende Berechnung bis in das Jahr 1991, wenn es um das Bruttoinlandsprodukt geht.

Das heißt auch, dass nicht nur für 2013, sondern auch für Vorjahre, die Ergebnisse nach den neuen Regeln korrigiert werden dürften. An den jährlichen Veränderungsraten wird sich daher wenig ändern. Jüngst vermeldete Deutschland ein weiterhin steigendes Außenhandelsüberschuss aufgrund des steigender Exporte deutscher Unternehmen

Folgen für das Defizit

Fakt ist: Deutschlands Schuldenstandsquote wird wesentlich kleiner ausfallen. Hierbei handelt es sich um die Verbindlichkeiten des Staates im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.

Normalerweise sieht die EU hier eine Obergrenze von 60 Prozent vor. Derzeit liegen die Schulden der Republik jedoch bei knapp 80 Prozent des BIP. Das heißt, wenn nunmehr das Bruttoinlandsprodukt um 3 Prozent steigt, sinkt automatisch die Schuldengrenze. Dabei ändert sich jedoch nichts an den Verbindlichkeiten.



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