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Wirtschaft des EU-Raums erstmals seit 2009 in die Rezession gerutscht

Weil die Wirtschaft des Euro-Raums im dritten Quartal um 0,1 Prozent schrumpfte, nachdem im Vorquartal bereits ein Rückgang von 0,2 Prozent zu verzeichnen war, herrscht nach gängiger Definition nunmehr eine Rezession vor. Für das nächste Jahr sehen die Prognosen zudem eine weitere Trübung der Wirtschaftslage vor.

Im dritten Quartal ist die Gesamtwirtschaftsleistung der 17 EUR-Länder um 0,1 Prozent gesunken. Dies berichtete die europäische Statistikbehörde Eurostat. Bereits im zweiten Quartal 2012 gab es einen Rückgang von 0,2 Prozent.

Letzte Rezession dauerte bis Sommer 2009

Von einer Rezession spricht der Fachmann, wenn das Wirtschaftswachstum in mindestens zwei Quartalen in Folge eine negative Entwicklung aufweist. Zuletzt befand sich die Euro-Zone im Jahr 2008 in der Rezession. Im Zuge der damaligen Bankenkrise sank die Gesamtwirtschaftsleistung innerhalb von fünf Quartalen in Folge bis zum Sommer des Jahres 2009.

Ein geringes positives Wachstum haben hingegen Deutschland und Frankreich zu verzeichnen. Dieser positive Trend konnte jedoch den Gesamtabwärtstrend der Euro-Zone nicht aufhalten. Das Bruttoinlandsprodukt fiel demnach im dritten Quartal in Spanien um 0,3 Prozent und in Italien um 0,2 Prozent. Besonders bemerkenswert ist der wirtschaftliche Niedergang der Niederlande. Dort ging die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 1,1 Prozent zurück.

Großbritannien verzeichnete ein positives Wirtschaftswachstum

In Großbritannien hingegen wuchs die Wirtschaft um ein Prozent. Die Inflationsrate im Euro-Raum hingegen sank von 2,6 auf nunmehr 2,5 Prozent. Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum im Jahr 2012 um 0,5 Prozent absinken. Bisher hatten Experten lediglich einen Wert von 0,3 Prozent erwartet.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Rasmussen: Keine Gefahr der Preisstabilität gegeben

Für einen längerfristigen Zeitraum erwarten die Experten allerdings ein Wachstum von 1,8 Prozent. Das Mitglied im EZB-Direktorium Jörg Asmussen betonte, dass für Deutschland keine Preisstabilitätsgefahr bestünde. Ebenso sieht er für die Euro-Zone keine Gefahr für die Stabilität der Preise.

Wörtlich sagte er beim Versicherungstag, der derzeit in Berlin stattfindet: „Ich versichere Ihnen: diese Sorgen sind unbegründet.“ Für die statistische Erhebung befragt die EZB in einem Zyklus von drei Monaten Experten aus Forschungseinrichtungen sowie Finanzinstituten.

Sorgen bereiten weiter die EU-Krisenländer

Fraglich bleibt allerdings, wie sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den EU-Krisenländern fortsetzen wird. Sollte die Griechenland-Frage nicht gelöst werden und ebenso die Krisenländer Spanien, Portugal, Italien und Irland ihre Probleme nicht in den Griff bekommen, so könnte sich die Lage ungeachtet aller derzeitigen Prognosen weiter verschärfen.

Auch bleibt fraglich, wie sich die Euro-Zone insgesamt weiter entwickeln wird. Sollte sich zudem die Wirtschaftsleistung in den derzeit noch stabilen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Luxemburg verschlechtern, so könnte die gesamte EU in eine weitere wirtschaftliche Krise geraten.Insofern dürfte das nächste Jahr ein wichtiges Jahr für den Euro-Raum werden.

 



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