Finanzen & Recht

Wohngebäudeversicherung: Beiträge 2014 steigen

Beitragserhöhung Gebäudeversicherung 2014: Der zerstörerische Orkan-Sturm „Xaver“ in 2013 hat für massive Schäden an Wohn- und Geschäftsgebäuden gesorgt.

Versicherungen müssen sich auf die Zahlung von Milliardenbeträgen gefasst machen und auf Hausbesitzer kommen steigende Beiträge zur Wohngebäudeversicherung in 2014 zu.

Sturm „Xaver“ sorgt für gewaltige Schäden

Xaver wurde der jüngste, zerstörungsstarke Orkan-Sturm genannt. Seine Auswirkungen blieben bei Weitem nicht allein auf die Zerstörung von Wäldern und Gebäuden beschränkt. Orkane, andere Unwetter und tobende Naturgewalten sorgen mit ihrem Zerstörungspotenzial für enorme Leistungssummen der Wohngebäudeversicherungen.

Wohngebäudeversicherungen arbeiten mit Vertragshandwerkern

Deren Prämien steigen infolge der Sturmschäden natürlich kräftig an. Dabei beginnen die Versicherungen zur Minimierung sowohl der Zahlungen als auch der Beitragserhöhungen mit der Zusammenarbeit von Vertragshandwerkern. Da die Gebäudeversicherungen gegenüber diesen Handwerkern als Großkunden auftreten, können sie auch von Preisvorteilen profitieren.

Laut einschlägiger Fachpresse konnten auf diese Weise die Reparaturkosten bei fachmännischer Ausführung der Reparaturarbeiten erheblich reduziert werden. Während bei vergleichbaren Unwetterschäden in der Vergangenheit pro Schadensfall rund 13.000 Euro gezahlt werden mussten, reduzierten sich die Kosten durch die Vertragshandwerker nun auf rund die Hälfte.

Welche Schäden zahlt die Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung deckt dabei „lediglich“ Sturmschäden am Haus ab. Dazu zählen zum Beispiel auch entwurzelte Bäume, die dem Haus dann Schaden zufügen. Ein Sturm im Sinne dieser Versicherungen sind Winde und Böen ab der Windstärke acht.

Bei dieser Stärke hat der Wind eine Geschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Xaver hatte nach Auskunft des Deutschen Wetter Dienstes sogar im Binnenland noch ein Tempo von mehr als 100 Stundenkilometern. Schäden am Hausrat, wie beschädigte oder zerstörte Möbel, sind allerdings die Angelegenheit der Hausratversicherung.

GDV: Gebäudeversicherer machen hohe Verluste

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtete, dass schon allein das Hochwasser während des verregneten Junis zusammen mit den Hagelstürmen der darauffolgenden Monate um die viereinhalb Milliarden Euro Kosten verursacht haben. Der Betrag scheint hoch, sagt für sich allein aber noch nicht wirklich viel aus.

Erst ein Vergleich mit der Summe der Beiträge der Versicherten, die in dem Jahr zusammen rund 5 Milliarden Euro betrugen, macht das Ausmaß der Kostensituation deutlich. Gemeinsam mit all den anderen Schäden im selben Jahr schreiben die Versicherer von Wohngebäuden schlicht tiefrote Zahlen. Da ist es also kein Wunder, dass die Versicherer mit der profanen Erhöhung der Beiträge für Gebäudeversicherungen reagieren.

Wohngebäudeversicherung: Beitragserhöhungen 2014 unausweichlich

Die aus diesen Ereignissen resultierenden Preissteigerungen betreffen aber nicht nur Neukunden. Es werden auch für bereits bestehenden Verträge Beitragsanpassungen durchgeführt. Die Versicherer haben das Recht dazu, die Beiträge für alle Versicherten auf der Basis der vielen Schadensfälle durch Naturgewalten wie Stürme und Unwetter nach oben anzupassen.

Dazu erklärt der Vorstand der Hannover Rück, Michael Pickel, gegenüber dem Handelsblatt, dass eine Beitragssteigerung zwischen sechs und zehn Prozent jetzt durchaus zu erwarten sei.

Munich Re versichert Schäden für die Allianz

Die bayerische Landeshauptstadt ist zwar weit vom Unwettergebiet weg, doch ungeachtet dessen ist München immerhin der Sitz des weltweit größten Rückversicherers – die Munich Re (ehemals Münchener Rück). Bei der Munich Re sind aber nicht die Versicherten selbst unter Vertrag, sondern die Erstversicherer. Dazu gehören zum Beispiel die Allianz oder Gothaer, die auf diesem Weg ihre eigenen Risiken absichern oder wenigstens reduzieren.

Georisikoforschung der Munich Re

Bei der Munich Re ist eine komplette Abteilung damit befasst, Wetterphänomene, deren Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten auszuwerten. In dieser Georisikoforschung sind gut 30 Mitarbeiter beschäftigt. Darunter sind so spezialisierte Kräfte wie Geologen und Meteorologen, aber auch Ökonomen.

Im Team fließen ihre Fachkompetenzen zusammen. Sie ermitteln und bewerten die besonderen finanziellen Risiken, die mit diesen Ausnahmenaturereignissen für das Unternehmen verbunden sind. Dabei können sie auf Datenbanken mit rund 33 000 relevanten Einträgen zugreifen. Das erklärt Munich-Re-Sprecher Stefan Straub.

Prognosen beeinflussen Gebäudeversicherung Beitrag

Dabei handelt es sich um Analysen und Trends aus Wetterereignissen der Vergangenheit. Daraus können Experten der Georisikoforschung Prognosen für die Zukunft ableiten. Das ist laut Straub die weltweit umfangreichste Datenbank dieser Art. Nicht zuletzt diese Resultate beeinflussen am Ende die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen für den Versicherungsnehmer.



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