Finanzen & Recht

Wohnungskauf oder Miete: Ist eine Maklerprovision immer zu zahlen?

Bei einem Hauskauf oder einer Wohnungsvermietung wird häufig eine Maklerprovision fällig. Ist jedoch die Maklerprovision immer zu zahlen? Die D. A. S. Rechtsschutzversicherung hat ihren Kunden nunmehr erläutert, wann eine Maklerprovision gerechtfertigt ist und wann nicht.

Viele Vermieter oder Verkäufer von Häusern oder Wohnungen wickeln den Kauf oder die Vermietung über einen Immobilienmakler ab. Für die erfolgreiche Vermittlung verlangt der Makler eine Provision. In einigen Städten kann diese bis zu acht Prozent des Kaufpreises oder des Vermietungspreises ausmachen. Eine gesetzlich festgelegte Regelung, wer für die Provisionszahlung aufkommen muss, gibt es bisher nicht.

Zumeist zahlt der Mieter oder Käufer die Maklerprovision

Vielfach muss der Käufer oder Mieter diese bezahlen. In manchen Fällen teilen sich auch Käufer und Verkäufer beziehungsweise Vermieter und Mieter die Provision. Die D. A. S. Rechtsschutzversicherung rät, dass bei einer Aufteilung der Provision dies im Kauf-oder Mietvertrag schriftlich festgehalten werden sollte.

Eine Provision wird dann fällig, wenn der Immobilienmakler „ursächlich für das Zustandekommen eines Miet-oder Kaufvertrages verantwortlich war“. Diese Regelung ist in § 652 Abs. 1 BGB schriftlich verankert. Grundsätzlich entsteht ein Anspruch auf die Provision jedoch lediglich dann, wenn ein sogenannter Maklervertrag zustande gekommen ist. Der Maklervertrag muss jedoch nicht zwangsläufig schriftlich abgeschlossen werden.

Wenn nach Zugang eines Exposé mit einer aufgeführten Provisionsforderung der Interessent sich beim Makler meldet, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren, dann entsteht ein Provisionsanspruch. In einem vor dem Landgericht Hamburg (Aktenzeichen 322 O 341/09) verhandelten Fall geht hervor, dass in dem Exposee ein eindeutiger Hinweis enthalten sein muss, der darauf verweist, dass zusätzlich zu der Miete oder dem Kaufpreis eine Maklerprovision zu entrichten ist.

Maklerprovision kann grundsätzlich frei vereinbart werden

Grundsätzlich darf die Maklerprovision frei vereinbart werden. Wenn eine Vereinbarung fehlt, darf der Makler die ortsübliche Gebühr vom Käufer oder Mieter verlangen. Bei der Vermittlung einer Mietwohnung jedoch gilt eine Provisionsobergrenze von nicht mehr als zwei Netto-Kaltmieten zusätzlich Mehrwertsteuer. Diese Regelung ist in § 3 Absatz 2 WoVermittG enthalten.

Nicht immer darf eine Maklerprovision verlangt werden

Für die Höhe der Provision bei einem Kauf einer Immobilie gibt es hingegen keine gesetzlich festgeschriebene Obergrenze. Wenn der Vermittler der Immobilie jedoch gleichzeitig Eigentümer, Wohnungsverwalter oder selber Mieter ist oder Vermieter, dann darf keine Provision verlangt werden. Auch Sozialwohnungen sind von den Maklergebühren befreit.

Vielfach ist auch eine entsprechende Maklergebühr dann nicht zu zahlen, wenn der Vormieter oder der Verkäufer selber einen passenden Käufer oder Nachmieter finden. Sollte es zu einer Streitigkeit vor Gericht kommen, helfen Rechtsschutzversicherung das eigene Recht durchzusetzen. Dies kann entweder gerichtlich oder außergerichtlich erfolgen. Vielfach halten Rechtsschutzversicherer auch für ihre Mitglieder eine kostenlose Rechtsberatung am Telefon bereit.



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