Politik

Wulff: Bild in Erklärungsnot

Am gestrigen Donnerstag vermeldete die Bild-Zeitung, dass Christian Wulff einer Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht nicht zustimme. Die „Bild“ druckte daraufhin den Schriftverkehr zwischen ihr und Christian Wulff, medial aufbereitet, für jeden Leser sichtbar ab. Bundespräsident Wulff indes begründete das Nichteinverständnis zur Veröffentlichung damit, dass die Nachricht als Adressaten ausschließlich Kai Diekmann gehabt habe und nicht die breite deutsche Öffentlichkeit. Die Bild-Zeitung formulierte daraufhin, dass der Bundespräsident wohl erneut etwas zu verschweigen habe. Die Bild-Zeitung schrieb gestern zudem noch für jeden lesbar, dass diese selbstverständlich gemäß dem Wunsche des Bundespräsidenten, darauf verzichte, den Inhalt der Nachricht als Artikel zu bringen. Heute zeigt sich auch warum, denn eine Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht würde die für die Bild-Zeitung unliebsame Wahrheit an die Öffentlichkeit bringen.

ARD-Morgenmagazin: Wulff bat um Verschiebung des Artikels

Zunächst einmal muss Kai Diekmann, der Bild-Chefredakteur, Journalistenkollegen die Nachricht vorgespielt haben, denn der ARD-Korrespondent Werner Sonne berichtet, darüber, dass die Nachricht nun bekannt geworden sei. Darin habe Wulff tatsächlich um eine Verschiebung des Artikels gebeten und nicht um ein generelles Stoppen des Artikels, so Sonne im ARD-Morgenmagazin. Die Bild-Zeitung rudert indes mit ihrer Berichterstattung zurück und verbannt beispielsweise die „Wulff-Affäre“ medienwirksam auf die hinteren Seiten ihrer Online-Webseite. Nun liegt der Druck auf Seiten der Bild-Zeitung. Der Bundespräsident scheint auch im Ansehen der Bevölkerung wieder eine Mehrheit zu haben. Einer aktuellen Umfrage zufolge will eine Mehrheit der Deutschen Wulff weiter im Amt sehen. Insgesamt befürworten 56 Prozent der Deutschen ein Verbleiben von Christian Wulff im Amt. Damit scheint Kai Diekmann eine schwere Niederlage hinnehmen zu müssen, die sich letztlich abermals auf die Seriosität der Bild-Zeitung als journalistisches Presseorgan auswirken dürfte.



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