Politik

Wulff: Interview – Überhöhung der eigenen Person

Bundespräsident Christian Wulff will im Amt bleiben. Asentanews berichtete gestern davon, dass es im weiteren Umfeld des Bundespräsidenten Verlautbarungen gäbe, der Präsident würde kurz vor dem Rücktritt stehen. Nach dem derzeitigen Stand der Informationen wird hinter den Kulissen versucht, Wulff zum Rücktritt zu überreden.

Kurt Beck als Nachfolger im Gespräch

Es soll sogar bereits Gespräche mit der Opposition gegeben haben, den derzeitigen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, als Nachfolger von Wulff ins Gespräch zu bringen. Dem Vernehmen nach lehnt die SPD dies bisher ab. Eine Nachfolge von Kurt Beck als Bundespräsident hätte zudem den Beigeschmack, dass es sich hierbei ebenfalls um einen amtierenden Ministerpräsidenten handelt. Wulff war bis zum Amtsantritt Ministerpräsident von Niedersachsen. Auch Kurt Beck stand wegen diverser Affären und Vorwürfe wegen angeblicher Vetternwirtschaft im Fokus der Kritik. Insofern würde ein Austausch der Personen keine andere Situation herbeiführen. Im Gegenteil, das Amt des Bundespräsidenten wäre auf Dauer beschädigt.

Wulff: Dikreditierung der Amtsvorgänger

Derweil sickerten erste Ergebnisse und Statements des Interviews durch, dass um 20.15 auf ARD und ZDF zeitgleich ausgestrahlt wird. Wulff zitiert unter anderem die Bibel. „Wer ohne Schuld sei, werfe den ersten Stein“, so versucht sich Wulff argumentativ Luft zu verschaffen. Auch in Bezug auf seine früheren Rücktrittsforderungen in Bezug auf den Alt-Bundespräsidenten Johannes Rau antwortet Wulff befremdlich. Anstatt sich für seine damalige Äußerung zu entschuldigen erhöht sich Wulff, indem er davon spricht, dass die Anforderungen an das Bundespräsidentenamt gewachsen sind. Indirekt diskreditiert er damit all seine Vorgänger. Bezüglich des Anrufs bei der Bild-Zeitung sieht sich Wulff sogar als Opfer der Situation. Der Ball wird somit an die Bild-Zeitung zurück gespielt. Alles in allem dürfte Wulff mit dem heutigen Interview, welches zudem vom Deutschen Journalisten Verband wegen seiner Beschränkung auf die ARD und das ZDF als weitere Beschränkung der Pressefreiheit betrachtet wird, seinen unausweichlichen Rücktritt damit beschleunigt haben, anstatt die Diskussion um seine Person beendet zu haben. Dem Vernehmen aus dem politischen Berlin nach sollen hochrangige Regierungsmitglieder und einflussreiche Koalitionäre Wulff zur Aufgabe bewegen.



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