Politik

Wulff: Kai Diekmanns Schmierenkomödie

Bundespräsident Christian Wulff gerät wegen seiner im gestrigen Fernsehinterview getätigten Äußerung zum Anruf beim Bild-Chefredakteur Kai Diekmann immer mehr in die Enge. Schuld daran ist jedoch nicht der stark angeschlagene Bundespräsident, sondern der Chefredakteur der Bildzeitung, Kai Diekmann. Geschickt von seiner eigenen Rolle in der Affäre ablenkend, versucht Diekmann die Integrität von Wulff weiter zu untergraben, um die Auflage der Bild-Zeitung, die seit Langem sinkt, wieder in die Höhe zu treiben.

Wulff: Versteckte Botschaft an Diekmann?

Das Bundespräsident Christian Wulff der Veröffentlichung des Mailboxanrufes nicht zustimmt, ist menschlich verständlich, sachlich schwer zu vermitteln. Gerade hier setzt aber der populistische Ansatz Diekmanns an. Sich als „Aufklärer“ im Sinne der Bevölkerung deklarierend, suggeriert die Bildzeitung durch Veröffentlichung der Schreiben Wulffs und durch die eigenen Schreiben, gerichtet an Bundespräsident Wulff , die Bevölkerung über alle Sachverhalte zu informieren. Was aber steckt genau dahinter? Wer in dem Interview von Christian Wulff genau zugehört hat, der konnte den Satz „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“ vernehmen. Auffällig und von der übrigen Presse völlig unbemerkt ist hierbei jedoch, dass dieser Satz eine versteckte Botschaft an Diekmann beherbergt. Kai Diekmann selbst wird dieser Satz bei vielen Gelegenheiten zugeschrieben, insofern ist hier anzunehmen, dass der Bundespräsident mit Kai Diekmann eine persönliche Auseinandersetzung hatte, die mit den Berichten über die eigentliche Affäre nur bedingt zu tun hatte.

Landgericht Berlin: Diekmann zieht wirtschaftlichen Vorteil aus Persönlichkeitsrechtsverletzung

Die Reaktion der Bild-Zeitung auf das gestrige Interview ist indes nur mit Nachtreten zu bezeichnen. Eingehüllt in angeblich sachliche Ebenen, wird hierbei ein völlig anderer Konflikt offenbart. Bezeichnend für diese These ist zudem das Zitat aus dem bekannten „Penisurteil“ des Landgerichts Berlin aus dem Jahre 2003. Darin wird Diekmann seitens des Gerichts bescheinigt „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer Menschen zu ziehen……“. Das Gericht bestätigte somit eine bewusste Grundrechtsrechtsverletzung seitens Herrn Diekmann. Man mag Wulff ein Kleben im Amt vorwerfen, man mag ihm vorwerfen, wie ein Provinzpolitiker zu handeln, das gestrige Interview in seiner Gänze hat jedoch eine eher bedauernswerte und unsichere Persönlichkeit gezeigt, die nun durch die selbst ernannte Rechtsinstanz der Bild-Zeitung ihre letzte Reputation verlieren soll. Asentanews hat ebenfalls in den letzten Tagen kritisch über die Affäre von Wulff berichtet, fraglich bleibt jedoch in Bezug auf die Bild-Zeitung, wo Kritik endet und öffentliche Denunziation der verbrieften Grundrechte beginnt. Insofern sollte die Rolle von Herrn Diekmann, insbesondere seine nahezu an der Tagesordnung befindlichen Grundrechtsverletzungen, für die die Bild ein eigenes Budget zur Bestreitung von Klagen besitzt, durchleuchtet werden. Hervorzuheben und in Erinnerung rufen sollten sich die Bürger das Urteil der Bundesverfassungsgerichtes im sogenannten Wallraff-Prozess, indem es darum ging, dass Günter Wallraff als verdeckt arbeitender Redakteur bei der „Bild“ angestellt wurde und so die journalistischen Versäumnisse und Grundrechtsverletzungen tagtäglich miterlebte und publizierte. Hiergegen klagte die „Bild-Zeitung“ und unterlag in wesentlichen Punkten, was in Bezug auf die langsam in eine öffentliche Hetzjagd ausufernde Berichterstattung seitens der Springer-Presse zu denken geben sollte. Mittlerweile erinnert das Verhalten Diekmanns jedenfalls eher an eine Schmierenkomödie, denn an seriösen Journalismus.



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