Technik

Yahoo-Mails: Mails werden „gelesen“ um passende Werbung zu platzieren

Die britische Verbraucherorganisation Which!, die neben Produkttests auch ein Magazin und einen Online-Auftritt anbieten, kritisiert nun die neue Praxis von Yahoo. Yahoo Mails gehört zu dem größten Mailanbietern der Welt, das Unternehmen will nun die Mails und die SMSe von der Seite scannen um passend zum Inhalt der Mail Werbung zu platzieren. Offiziell will Yahoo mit der neuen Technik Spams für die Kunden vermeiden, gleichwohl soll auch passende Werbung angeboten werden. Kunden müssen derzeit im englischen Sprachraum die neue Geschäftsbedingung akzeptieren. Was bei Yahoo kritisiert wird, ist bei anderen Anbietern, wie beispielsweise bei Google Mail (GMail), schon längst gängige Praxis.

Google führt als weiteres Argument für das Scanning der Mails an, dass man damit auch Viren ausfindig machen will. Offen gibt Google auch zu, dass man entsprechende Daten an Dritte weiterreichen könnte, wenn die Rechte von einzelnen Personen oder der Öffentlichkeit verletzt werden könnten (also auch bei vermeintlichen Straftaten). Auch eingehende Mails, also von Nutzern, die sich bei anderen Anbietern befinden und folglich nicht an die AGB von Google gebunden sind, werden gescannt.

All dies bekommt einen faden Beigeschmack, wenn die Anbieter eine Sicherheit des Schutzes der Privatsphäre versprechen. Generell könnte ein Script automatisch die Mails auf Stichwörter scannen, also ohne Zutun von Menschen. Doch Google, Yahoo und Co. machen keinen Hehl daraus, dass werberelevante Daten gesammelt werden, und nach dem Datenklauskandal bei Sony kann nichts als absolute Sicherheit verkauft werden. Zudem tummeln sich diverse Geheimdienste in diesem Bereich, um im Kampf gegen den Terrorismus (auch Cyberterrorismus) entsprechende Mails zu scannen. Generell kann jedes elektronisches Postfach geknackt werden, doch die Weitergabe von Daten seitens Google und Co. kommt einer neuen Qualität gleich. Hier bedarf es einer neuen Diskussion um den Schutz der Privatsphäre zu sichern. Darüber hinaus müssen auch die Nutzer solcher Dienste über ihre Internetgewohnheit nachdenken.



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