Geld & Investment

Yen auf Sieben-Monats-Tief

Die japanische Währung Yen befindet sich auf rasanter Talfahrt, nun befindet sich der Yen auf einem Sieben-Monats-Tief zum US-Dollar. Seit dem 14. Februar büßte der Yen zum Dollar 3,7 % an Wert ein. Als Hauptursache wird die Ankündigung der japanischen Zentralbank angesehen, diese hatte ein Konjunkturpaket in Höhe von zehn Billionen Yen (ca. 130 Milliarden Dollar) angekündigt. Zuvor galt der Yen als überbewertet, dies hatte zwar zur Folge das japanische Exportgüter auf dem Weltmarkt teurer wurde, aber auf der anderen Seite nutzten einige japanische Firmen den starken Yen um im Ausland Firmen zu akquirieren.

Starker Yen, schwacher Yen

Am Donnerstag wurde ein Dollar mit 80,3 Yen angegeben, in der Nacht stieg dieser Wert auf 80,406. So schwach war der Yen seit Juli 2011 nicht mehr. Ein weiterer Faktor sind die Wirtschaftsmeldungen aus den USA, diese waren besser als von vielen Analysten erwartet wurde. Doch verglichen mit 2007 ist der Yen immer noch stark, damals brachte ein Dollar noch 117 Yen ein. Gerade die exportorientierte Automobilwirtschaft, allen voran Toyota und Honda, leiden unter dem Druck eines starken Yen. Sie versuchen dem Druck zu begegnen, indem sie im Ausland produzieren. Doch im Falle von Toyota kann dies auch nach hinten losgehen, durch die Überschwemmungen in Thailand musste die Produktion Rückschläge hinnehmen.

Yen und Euro

Trotz der Tatsache, dass der Euro zum Dollar momentan schwächelt, fällt der Yen zum Euro, momentan wird ein Euro mit 106,7 Yen angegeben. 2009 wurde ein Euro noch knapp 140 Yen angegeben, kurz nach der Jahreswende wurde aber ein Euro mit 97,5 Yen angegeben. Die Geschichte des Yen ist abwechslungsreich, als konvertierbare Währung wurde der Yen erst in den sechzigern angesehen, in den siebzigern brachte ein Dollar zeitweise 300 Yen ein (dank eines starken Dollars). In den achtzigern stieg Japan endgültig zu einer Wirtschaftsmacht auf, auch dank eines schwachen Yen. Die Nullzinspolitik der japanischen Zentralbank seit Beginn des neuen Jahrtausend führte auch dazu, dass viele Anleger Kredite in Japan aufnahmen und dann in den USA investierten (so genannte Currency Carry Trade), dieses Handelsvolumen wird auf eine Billion Dollar geschätzt. Dadurch wurde der Yen zusätzlich niedrig gehalten. Ob der Yen weiter fallen wird oder steigen wird ist eine offene Frage.



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