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ZDF-Magazin „WISO“: Dumping-Löhne bei Biomarktketten

Das ZDF-Magazin „WISO“ berichtet in seiner heutigen Ausgabe von schlechten Arbeitsbedingungen bei den Biohandelsketten „Bio Company“ und „denn’s“. So berichten ehemalige Angestellte über unethische Arbeitsbedingungen, die so gar nichts mit dem Ruf der Biohandelsketten bezüglich einer moralischen Welt gemeinsam haben.

Taschenkontrollen bei der „Bio Company“

Ulrich Dalibor, Bundesfachgruppenleiter Einzelhandel von Ver.di bemängelt beispielsweise im Vertrag festgelegte Taschenkontrollen bei der „Bio Company“. Dies sei ein Eingriff in die Privatsphäre und damit verfassungswidrig, so Dalibor.

Bezahlung teilweise deutlich unter Tarif

Viele Discounter wie Aldi oder Lidl unterliegen dem Tarifrecht, nicht so jedoch die Biohandelsketten. So verdienen Mitarbeiter in einigen Biomärkten teilweise weit unter Tarif. Derweil boomt die Biomarktbranche.

Allein im letzten Jahr lag der Umsatz bei insgesamt zwei Milliarden Euro. Der Boom ist jedoch zunehmend gekennzeichnet von vermehrtem Wettbewerb. Für die betroffenen Mitarbeiter heißt dies, mehr leisten, dafür weniger Lohn erhalten. Ein ehemaliger Mitarbeiter von „denn’s“ berichtet von teilweise chronischem Personalmangel.

Fairtrade im Regal – Arbeitssituation unfair

Überstunden könnten demnach nicht abgebaut werden, weil das Personal hierzu fehlt. Ulrich Dalibor warnt indes die Biobranche vor einem nachhaltigen Imageverlust. Demnach kann es nicht sein, dass Fairtrade-Produkte im Regal stehen und die Arbeitsbedingungen der Verkäufer alles andere als fair sind, so Dalibor sinngemäß.

Ob allerdings der Wettbewerb allein an der Arbeitssituation schuld ist oder ob es nicht auch der Preiskampf der Discounter mit ihren Bioprodukten mit Schuld ist, dass die Biomärkte zum Teil nur unter Tarif bezahlen können oder weniger Personal einstellen, bleibt indes dahingestellt.



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