Wirtschaft

Zeitarbeit macht krank: Leiharbeiter leiden unter Stress

Die Zeitarbeit hat in Deutschland in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Inzwischen entfallen mehr als 800.000 Stellen auf diese Branche. Die gesetzliche Krankenkasse TK (Techniker Krankenkasse), hat im Rahmen ihres Gesundheitsreports „So krank ist Deutschland“ jetzt herausgefunden, dass Leiharbeiter länger krank sind als fest angestellte Arbeitnehmer.

Psychischer Druck bei Leiharbeitern höher

Aufgrund der günstigen Möglichkeiten ist die Zeitarbeit vor allem in der Wirtschaftskrise eine beliebte Variante für Arbeitgeber gewesen, um Kosten möglichst gering zu halten und flexibel zu bleiben. Auch wenn die Schwierigkeiten inzwischen rückläufig sind, zeigt die Studie der TK eindeutig, dass Leiharbeit krank macht. Aus dem Papier ist jetzt eindeutig zu erkennen, dass Arbeitnehmer in einem Leiharbeitsverhältnis im Jahr 2010 durchschnittlich 3,5 Tage länger krank waren als fest angestellte Arbeitnehmer.

Mehr Krankschreibungen bei Leiharbeitern

Bei Leiharbeitern lag der Schnitt bei 15 Tagen, bei Festangestellten nur bei 11,5 Tagen. Als Gründe für die langen Ausfallzeiten nennt die Techniker Krankenkasse nicht nur die hohe körperliche Belastung. Als zweiten und nicht weniger wichtigen Grund wurde die hohe psychische Belastung genannt. Denn Leiharbeiter stehen unter einem enormen psychischen Druck. Niedrige Löhne, gepaart mit ungewisser Zukunft und ständigem Arbeitsplatzwechsel stellen das Nervenkostüm der Betroffenen auf eine harte Zerreisprobe.

Kaum Übernahmen von Leiharbeitern

Laut Aussage der Techniker Krankenkasse sind die nervlichen Belastungen bei Leiharbeitern besonders hoch ausgeprägt. Der Punkt, dass es lediglich eine 7-prozentige Übernahmerate von Leiharbeitern gibt, dürfte die Sache nicht besser machen. Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister sieht die Behauptungen als nicht repräsentativ ab. Laut IG Metall – einer der bekannten Arbeitnehmervertretungen – ist die Zeitarbeit damit als Sackgasse auf dem Arbeitsmarkt entlarvt.



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