Konjunktur

Zukunft der PKV: Landtagswahlen richtungsweisend

Die Private Krankenversicherung (PKV) gerät zunehmend in Bedrängnis. Ob Verbraucherschützer, Vertreter der Gesetzlichen Krankenversicherung oder die Medien, derzeit erweckt es den Anschein als sei das Ende der Privaten Krankenversicherung (PKV) nahe. Die anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sind wohl richtungsweisend.

In letzter Zeit sorgten insbesondere Verbraucherschützer mit ihren Beiträgen für eine erneute Negativpresse der PKV. In den Berichten der Verbraucherschützer wurden insbesondere Beitragssteigerungen seitens der PKV kritisiert. In einer Untersuchung von 144 Beschwerden über die PKV, die seit Dezember 2011 die Verbraucherzentralen erreichten, wurden insbesondere die PKV Beitragssteigerungen kritisiert.

Verbraucherschützer: Durschnittliche Beitragssteigerung von 24 Prozent

Durchschnittlich 24 Prozent betrug demnach die Beitragssteigerung der PKV. Einige Versicherungen, namentlich die Central Krankenversicherung, die Gothaer Krankenversicherung und die Deutsche Krankenversicherung, erhoben demnach sogar Beiträge, die um 60 Prozent gegenüber dem vorherigen PKV-Beitrag lagen.

Die Untersuchung der Verbraucherschützer fachte die Diskussion um die PKV insgesamt wieder an. Insbesondere ältere Versicherte seien demnach von den Beitragssteigerungen besonders betroffen. Zum Teil wurden Beispiele erwähnt, in der eine Rentnerin allein 1095 Euro nur für die PKV im Monat aufbringen muss.

Private Krankenversicherung politisch in Bedrängnis

Die PKV indes gerät politisch immer mehr in die Defensive. Neben der derzeitigen Opposition im Bundestag, gibt es auch in der Union zunehmend Kritik an der PKV. Insbesondere Jens Spahn (CDU) hatte das System der PKV zum Teil mit deutlichen Worten kritisiert und Reformen angemahnt. Derweil mehren sich die Stimmen auch in der Union, die eine Bürgerversicherung zumindest für diskutabel halten.

FDP steht zur PKV

Einzig die FDP hält zur PKV und zum zweigliedrigen Gesundheitssystem. Mit zunehmend abnehmender bundespolitischer Bedeutung der FDP schwindet jedoch auch die Rücksichtnahme der Union gegenüber dem Koalitionspartner.

Sollten nun die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig Holstein für die FDP das parlamentarische Aus bedeuten, so dürfte dies letztlich auch Auswirkungen auf die Diskussion um den Fortbestand der PKV haben. Die FDP konnte sich bisher mit dem „Pfand“ des Bundesgesundheitsministeriums rechtfertigen und so die schützende Hand über die Private Krankenversicherung halten.

FDP: Verlorene Wahl bedeutet verlorener Einfluss auch auf PKV-Schicksal

Sollten die beiden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen jedoch verloren gehen, so dürfte auch die derzeitige FDP-Bundesspitze am Ende sein. Dies wiederum schmälert dann erneut den Einfluss der FDP auf Bundesebene. Zudem dürfte die Partei auch bei dem PKV-Verband zunehmend auf Ignoranz stoßen, da sie für den Fortbestand der PKV nicht mehr wirkungsvoll genug eintreten kann.

Deshalb dürfte sich der PKV-Verband dann an die Parteien halten, die politisch ein Gesundheitsprojekt wie die Bürgerversicherung umsetzen könnten. Allerdings ist die FDP zumindest im Wahltrend in Nordrhein-Westfalen nur noch einen Prozentpunkt von der Fünf-Prozenthürde entfernt, Gleiches gilt für Schleswig-Holstein.



3 Kommentare zu “Zukunft der PKV: Landtagswahlen richtungsweisend”

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