Versicherung & Vorsorge

Zusatzbeitrag & Rückerstattung: Krankenkassen Überschuss im Fokus

Die gesetzlichen Krankenkassen haben in 2011 Überschüsse in Milliardenhöhe erwirtschaftet und ziehen nun die Aufmerksamkeit der Politiker und Bürger auf sich. Die Forderungen reichen von der Abschaffung des Zusatzbeitrag bis hin zur Beitragsrückerstattung der Überschüsse an die Versicherten. Auch eine Senkung des allgemeinen Beitragssatzes zur gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 15,5 Prozent auf 15,4 Prozent steht zur Diskussion.

Überschüsse der Krankenkassen 2011 unerwartet hoch

Die gesetzlichen Krankenkassen haben offenbar ein erfolgreiches Jahr 2011 hinter sich – so zumindest hat es den Anschein, wenn man den derzeit täglich eintreffenden Meldungen zum Geschäftsjahr 2011 und den erzielten Ergebnissen Glauben schenkt.

Von Überschüssen in Milliardenhöhe ist die Rede, sie machen deutlich, dass das System der gesetzlichen Krankenversicherung vielleicht doch auf einem besseren Weg ist als es in den letzten Jahren den Anschein hatte. Nun fordern auch die ersten Politiker, dass die gesetzlichen Kassen von ihrem Recht auf Beitragsrückerstattungen Gebrauch machen sollen. Ebenso wird die Absetzung des Zusatzbeitrags von den Gesellschaften gefordert, die diesen Beitrag aktuell erheben.

Viele Krankenkassen verzichten auf Zusatzbeitrag in 2012 und 2013

Die Reaktion der Kassen auf solche Forderungen ist allerdings recht unterschiedlich. Einige kommen dem Wunsch nach einer Einstellung des Zusatzbeitrags gerne nach und verzichten in den kommenden Monaten darauf. Andere behalten den KV Zusatzbeitrag bei und bauen damit eine breitere wirtschaftliche Basis auf, die den Versicherten langfristig ebenfalls mehr Sicherheit und eine bessere Kalkulierbarkeit der Beiträge bietet.

Mit Spannung werden deshalb die Geschäftszahlen der noch ausstehenden Versicherer erwartet, doch insgesamt hat sich die GKV im vergangenen Jahr trotz einiger Fusionen solide positioniert.

Neidvolle Blicke der privatpatienten in der PKV

Die Versicherten in der PKV können diese Entwicklung zum Teil nur mit Staunen verfolgen. Tatsächlich gibt es auch dort die Möglichkeit der Beitragsrückerstattung, wenn die Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Gesellschaften dies zulassen. Dann allerdings dürfen im vergangen Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen worden sein.

Vergeblich wartet man allerdings auf eine Forderung aus der Politik, verstärkt von diesen Beitragsrückzahlungen Gebrauch zu machen. So vermissen die Versicherten in der privaten Krankenversicherung dann auch eine Forderung von Seiten der Bundesregierung, die überzahlten Beiträge erneut an die Versicherten auszuzahlen.

Beitragsrückerstattung in der privaten Krankenversicherung vertraglich garantiert

Die Geschäftszahlen in der PKV sollten auch im Jahr 2011 solide genug gewesen sein, um diese Forderung zu begründen. Schon deshalb werden auch die Geschäftszahlen der privaten Krankenversicherer mit Neugier erwartet. Zurzeit allerdings macht sich der Eindruck breit, dass man besonders auf das Wohl der gesetzlich Versicherten fokussiert ist.

Man darf also abwarten, wie es um die weitere Entwicklung in der PKV bestellt ist. Wünschenswert wäre allerdings, auch die garantierten und erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattungen für privat Versicherte etwas stärker zu beobachten, denn auch privat Versicherte freuen sich über den einen oder anderen erstatteten Monatsbeitrag.

Krankenkassen Zusatzbeitrag entlastet am meisten

Für viele gesetzlich Versicherte stellt mit Sicherheit die Abschaffung des Zusatzbeitrags die sinnvollste Alternative da, ist diese doch sofort und Monat für Monat spürbar. Dagegen wirkt sich die Reduzierung des allgemeinen KV-Beitragssatzes von 0,1 Prozent kaum merklich aus. Als Alternative für die Abschaffung des Zusatzbeitrages käme noch die Rückerstattung von Beiträgen in Frage, so die Politik denn die Interessen der Versicherten im Auge hat.



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