Versicherung & Vorsorge

Zweitmarkt für Lebensversicherungen als Alternative zur Kündigung

Lebensversicherungen gelten trotz aller Kritik an dem Modell immer noch als sichere Bank, wenn es darum geht für das Alter effektiv vorzusorgen. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass Beiträge für die Lebensversicherung nicht weiter bezahlt werden können oder aber der Verkauf der Lebensversicherung zur Deckung einer Finanzierungslücke notwendig wird.

Wird die Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt, erhält der Versicherte lediglich den so genannten Rückkaufswert. Dieser berechnet sich nach Grundlage des § 169 Versicherungsvertragsgesetz.

Der Rückkaufswert errechnet sich nach der Dauer der bestehenden Lebensversicherung. Der Rückkaufswert beträgt vielfach jedoch nur ein Bruchteil dessen, was in die Versicherung während der Laufzeit bereits einbezahlt wurde. Besser als eine Kündigung der Lebensversicherung ist der Verkauf einer bestehenden Lebensversicherung.

Handel mit bestehenden Lebensversicherungen

Hier hat sich der so genannte Zweitmarkt für Lebensversicherungen etabliert. Darunter wird ein Markt verstanden, in dem Ansprüche aus existierenden Versicherungsverträgen während der Laufzeit der Verträge offen gehandelt werden. Hierbei sind bestimmte rechtliche Rahmenbedingungen einzuhalten. Werden diese eingehalten, können die Lebensversicherung frei gehandelt werden. Der Übergang der Rechte der Lebensversicherung wird dabei durch einen Vertrag juristisch korrekt geregelt.

In der Bundesrepublik Deutschland besteht derzeit in rechtlicher Hinsicht die Möglichkeit die beliebteste Form der Lebensversicherung, die so genannte kapitalbildende Lebensversicherung an Dritte zu übertragen. Der Vorteil des Verkaufs einer kapitalbildenden Lebensversicherung gegenüber der Kündigung liegt darin, dass der Versicherungsnehmer einen weitaus höheren Betrag aus der Versicherungssumme erhält, als es ihm bei der Kündigung möglich gewesen wäre. Um den Wert einer Lebensversicherung feststellen zu können, bedarf es der Bewertung der Lebensversicherung.

Versicherte erhalten mehr Geld als bei Kündigung

Der Versicherungsnehmer hat den Vorteil, dass er über einer Kündigung der kapitalbildenden Lebensversicherung zwischen einem und drei Prozent mehr gegenüber dem jeweiligen Rückkaufswert erhält. Teilweise bleibt sogar für den ursprünglichen Versicherungsnehmer ein gewisses Maß an Versicherungsschutz erhalten. Auch für das Versicherungsunternehmen stellt der Zweitmarkt für Lebensversicherungen einen großen Vorteil dar. Weil die Versicherung weiter besteht, hat der Versicherer keine Zahlungsausfälle. Dies mindert einerseits die Stornoquote, andererseits bleibt für die Versicherten eine bestimmte Qualität als Versicherungsbasis erhalten.

Dies würde bei massenweisen Verkäufen nicht unbedingt der Fall sein. Beim Verkauf einer kapitalbildenden Lebensversicherung gilt es zu beachten, dass bestimmte Qualitätskriterien eingehalten werden. Hierbei empfehlen sich insbesondere die Qualitätskriterien des BVZL. Dabei steht die Abkürzung BVZL für International Secondary Market for Life Insurance. Die Qualitätskriterien und deren Beachtung schützen insbesondere vor unliebsamen Überraschungen, wie sie die so genannten schwarzen Schafe der Branche gerne dem Verkäufer der Lebensversicherung bereiten. Um die Seriosität eines Zweithändlers von Lebensversicherungen überprüfen zu können, empfiehlt es sich, auch Tests wie die der Stiftung Warentest oder von Wirtschaftsfachzeitschriften zu studieren.



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